Jubiläum des Sternwartendomizils auf der Rützengrüner Höhe

Rodewisch, den 28.09.2017

Das weithin bekannte Gebäude der Rodewischer Sternwarte auf der Rützengrüner Höhe ist seit 50 Jahren in Betrieb und ein Wahrzeichen der Stadt. Am 3. September 1967 wurde es seiner Bestimmung übergeben. Die Auslagerung aus den beengten Raumverhältnissen im Schulturm der Pesta war erforderlich, um die Arbeit und Entwicklung der Einrichtung zu gewährleisten. Unter Leitung von Prof. Penzel und seines Nachfolgers Diethard Ruhnow war die Sternwarte in jener Zeit eine anerkannte Satellitenbeobachtungsstation. Die Sternwarte war eingebunden in ein internationales Netz zur Bahnverfolgung künstlicher Himmelskörper. Die Beobachtungsergebnisse wurden an zentrale Rechenstellen in den USA und der damaligen Sowjetunion gesandt. Man untersuchte damit die langfristige Stabilität der Satellitenbahnen, eine grundlegende Voraussetzung für die weitere Entwicklung der Raumfahrt, die damals noch in den Anfängen steckte.

Das große Gebäude verfügte über ausreichend Raum für Beobachtungen, den Betrieb und Service der technischen Gerätschaften sowie den dafür erforderlichen Verwaltungsaufwand. Desweitern konnte gleichzeitig die Bildungsarbeit im Unterrichtsfach Astronomie auf ein neues Niveau gehoben werden. Unterrichtsräume und Beobachtungsmöglichkeiten für die Schüler gewährleisteten einen theoretisch und praktisch fundierten Unterricht. Noch heute hört man in Gesprächen mit Besuchern wie nachhaltig die wenigen Unterrichtsstunden in der Sternwarte für viele waren.

Heute hat sich das inhaltliche Profil des Gebäudes teilweise gewandelt. Nach wie vor wird die astronomische Bildung hier umgesetzt. Da Astronomieunterricht in Sachsen seit 2007 kein eigenständiges Unterrichtsfach mehr ist, mussten neue Möglichkeiten erschlossen werden. So werden in enger Kooperation mit dem Pestalozzigymnasium obligatorische Unterrichtseinheiten mit astronomischen Inhalten in der Sternwarte auch weiterhin präsentiert. Naturwissenschaftlicher Profilunterricht, Physik, Wahlgrundkurse, Ganztagsangebote sind die heutigen Standbeine der Bildungsarbeit im Haus. Darüber hinaus hat sich die Einrichtung als Zentrum für populärwissenschaftliche Astronomie etabliert. Sie ist Anlaufpunkt für Sternfreunde aus Sachsen und angrenzenden Bundesländern.

Vor allem ist die Sternwarte eine ideale Ergänzung zur Tätigkeit des Planetariums, das erst 1985 seinen Betrieb aufnahm. Schulklassen und Exkursionsgruppen besuchen bei Tagesfahrten oder mehrtägigen Aufenthalten in der Region häufig das Planetarium. Nach einer Sternenshow können die Besucher in der Sternwarte praktische Astronomie erleben und gestalten. Firmenpräsentationen, Wissenschaftliche Kolloquien, astronomische Vorträge, Fortbildungsveranstaltungen, öffentliche Beobachtungsabende sogar Konzerte sind weitere Bestandteile der Aktivitäten des Hauses.

In den vergangenen Jahren wurden durch den Träger, die Stadtverwaltung Rodewisch, viele baulichen Maßnahmen ausgeführt, die im Zusammenhang mit dem Bau des Kindergartens im Sternwartengelände notwendig waren. Gleichzeitig konnten dabei veraltete technische Anlagen ersetzt und modernisiert werden.

Im Jahr des Jubiläums präsentiert sich die Sternwarte außen mit einem neuen Anstrich und innen mit einem neu gestalteten Wandfries im Foyer, der die Entwicklung der Sternwarte eingebunden in den Gesamtkomplex veranschaulicht.

Über 50 Jahre attraktiv geblieben ist die baulich großzügig angelegte Beobachtungsfläche auf dem Dach des Gebäudes. Sie bietet eine einzigartige Rundumsicht für astronomische Beobachtungen, einen tollen Blick auf Rodewisch und weite Teile des Göltzschtals.

 
 
 
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