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Der Sternwartenleiter in der Stratosphäre

Rützengrün, den 01.04.2019

Olaf Graf, Leiter der Sternwarte, berichtet:

 

Im Februar hatte ich Gelegenheit an 2 Forschungs-flügen des SOFIA – Stratosphärenobservatoriums in den USA teilzunehmen. Dies war eine einmalige und vor allem aufregende Erfahrung. Erstmals bin ich im Jahre 2011 anlässlich einer Lehrerfortbildung mit diesem Gemeinschaftsprojekt der amerikanischer Weltraumbehörde NASA, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR und dem Deutschen SOFIA-Institut an der Universität Stuttgart in Berührung gekommen. Damals stand die fliegende Sternwarte auf dem Flughafen Stuttgart und ich hatte Gelegenheit mir das Innenleben in Form eines 2,7–Meter–Spiegelteleskops incl. all seiner Kameratechnik anzusehen. SOFIA ist ein einzigartiges und weltweit einmaliges Projekt zur Beobachtung der Infrarotstrahlung (Wärmestrahlung) kosmischer Objekte aus einer Höhe von ca. 14 Kilometern. Schon damals stand für mich fest, dass ich da gerne einmal dabei wäre. Und so habe ich mich seither zweimal um einen Lehrermitflug beworben. Geklappt hat es dann mit einem Projekt der frühkindlichen Bildung.
Gemeinsam mit 3 anderen Lehrern aus dem gesamten Bundesgebiet (insgesamt gibt es pro Jahr 8 Plätze) starteten wir am 17. Februar nach Palmdale, Kalifornien – der Heimat dieses besonderen Flugzeuges. Schon im Vorfeld gestaltete sich die Reise sehr aufregend, da erst 36 Stunden vor Abflug klar war, dass es tatsächlich losgehen würde. Schuld war der Haushaltsstreit in den USA. In Kalifornien angekommen, wurden wir von extrem kühlen und windigen Wetter begrüßt. Zu diesem Zeitpunkt war uns nicht klar, dass sich dies erheblich auf unser Projekt auswirken würde. In Palmdale, ca. eineinhalb Autostunden nordöstlich von Los Angeles angekommen, wurden wir von den Mitarbeitern des Deutschen SOFIA-Instituts und der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA sehr herzlich aufgenommen. Diese Herzlichkeit und die Möglichkeit jederzeit Fragen zu stellen und diese ausführlich beantwortet zu bekommen, entwickelte sich zu einem Markenzeichen unseres Besuches. An den meisten Tagen unseres letzt-endlich zweiwöchigen Aufenthaltes haben wir sehr viele Labore und Werkstätten im Armstrong Flight Research Center besucht und jede Menge Neues gesehen und erfahren.
Die widrigen Umstände im Vorfeld der Reise erlebten in der ersten Aufenthaltswoche einen weiteren Höhepunkt. Zum ersten Mal seit 25 Jahren schneite es in diesem Teil Kaliforniens und so musste der erste Flug an Bord der umgebauten Boeing 747SP, der uns hinaus auf den Pazifik führen sollte, durch die Piloten abgesagt werden. Hinzu kam am nächsten Tag ein technischer Defekt an einer Kühlvor-richtung des Teleskops, so dass auch unser zweiter geplanter Flug ins Wasser fallen musste.
Und so standen wir am Ende der ersten Woche mit leeren Händen oder vielleicht sollte man besser sagen, mit null Flugerfahrung da und glaubten an ein Scheitern unseres Projektes. Zwar hatten wir all die Instrumente gesehen, mit denen der Sternhimmel im Infraroten vermessen wird und sehr viel über die Jagd z.B. nach dem Staub in Galaxien, der Beobachtung von gerade entstehenden Sternen und natürlich über die ingenieurtechnische Meisterleistung eine fliegende Sternwarte zu konstruieren, erfahren – aber eben ohne selbst dabei gewesen zu sein.

Nun hatte keiner von uns aber damit gerechnet, dass es die Verantwortlichen vor Ort und in Deutschland in einem logistischen und finanziellen Kraftakt schaffen würden, uns eine neue Chance in Form einer ganzen weiteren Woche in Palmdale zu verschaffen. Hier muss der mitgereisten DSI – Mitarbeiterin Frau Antje Lischke-Weis einmal ein großer Dank ausgesprochen werden. Und in der zweiten Woche wurde alles besser. Und so konnten wir am Dienstag zu unserem ersten Flug in die Stratosphäre aufbrechen. (Fortsetzung folgt)

 

 

Foto: Das Forschungsflugzeug "Sofia" im Bild